Durchs Jahr mit Järvi V

Mit 50 Antworten nimmt der neue Chefdirigent und Music Director Paavo Järvi Sie, geschätzte Leserin, geschätzter Leser, durch sein erstes Jahr in Zürich mit. 

Paavo Järvi (Foto: Julia Bayer)

34. Wo sind Sie zuhause?
Wo meine Töchter sind. Wo Musik ist. Wir verbinden das, so oft wir können.

35. Haben Ihre Töchter noch einen Bezug zu Estland und zur estnischen Sprache?
Das hoffe ich doch! Ich spreche estnisch mit ihnen, sie verbringen den Sommer bei der Familie in Estland und auf meinem Pärnu Music Festival.

36. Teilen Ihre Töchter Ihre Begeisterung und Liebe zur Musik?
Ja. Musik ist für uns alle ein verbindender, wesentlicher Bestandteil des Lebens.

37. Spielen die Beiden ein Instrument oder beschäftigen sie sich sonst mit Musik?
Eine meiner Töchter tanzt Ballett, die andere erhält eine klassische Gesangsausbildung. Und beide spielen (überlegt ein Weile) – richtig gut Klavier.

38. Inwiefern haben Sie dies gefördert?
Ich will hier keine Ratschläge für Eltern geben als Vater, der so viel reist. Wenn jemand trotzdem einen möchte, wenn es um die Musik geht: Wir haben immer Musik gehört, Arien, Sonaten, natürlich neben allen anderen Stilrichtungen. Wir haben uns gemeinsam Opernaufzeichnungen angeschaut. Kinder lieben diese theatrale Welt, sie lieben Melodien. Musik, eben auch die klassische Musik, wurde zum natürlichen Bestandteil in der Welt meiner Töchter.

39. Werden sie wohl auch Musikerinnen werden?
Dann müssen sie jetzt aber Ernst machen. Üben. Und das heisst dann noch lange nicht, dass es an die Spitze reicht. Es ist kein einfacher Weg.

40. Ist es ein Weg, den Sie ihnen wünschen würden?
Für mich ist nicht wichtig, was sie tun, ich wünsche ihnen einzig, dass sie Freude haben, dass sie erfüllt sind. Wenn sie Musikerinnen werden wollen, dann unbedingt. Ich liebe meine Arbeit. Wenn man diesen Weg gehen will, dann ist es der einzige richtige Weg, dann muss man ihn gehen.

veröffentlicht: 28.05.2020

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